Vorsicht bei englischen Slogans

Neulich kam mir die Ankündigung für ein Textseminar unter, das mit dem Werbespruch „Pimp your message!“ beworben wurde. Einmal abgesehen davon, dass ich nicht empfehlen würde, ein Textseminar in deutscher Sprache mit Hilfe eines englischen Slogans verkaufen zu wollen. Aber wissen Sie etwa, was „to pimp“ heißt, ohne ins Wörterbuch zu schauen? Ich schätze einmal nein, oder? Sind wir uns außerdem einig, dass es wahrscheinlich nicht einmal der Verfasser des Slogans wusste? Ich hatte jedenfalls keine Ahnung. Also habe ich nachgelesen und herausgefunden, dass es „aufmotzen“ bedeutet. Der Werbespruch heißt also „Motzen Sie Ihre Botschaft auf!“ Das ist aber das genaue Gegenteil von dem, was gutes Texten bedeutet. Da geht’s nämlich darum, Texte so klar und prägnant wie möglich zu formulieren, um bei den Zielgruppen bestmöglich anzukommen. Aufmotzen ist da der falsche Weg, vielmehr geht es um Abspecken, bis die Botschaft so klar und verständlich wie möglich ist. Fazit: Mit englischen Slogans sollte man in der deutschen Sprache vorsichtig umgehen; und wenn man sie dennoch verwendet, sollte man wissen, was sie bedeuten – sonst tappt man in die Falle, etwas zu sagen, was man gar nicht meint. Selbst dann, wenn Ihnen selbst ein bestimmtes englisches Wort geläufig ist, sollten Sie vor seiner Verwendung sichergehen, dass auch die Zielpersonen es mehrheitlich verstehen. Denn unter einem Satz, den man nicht versteht, kann man sich nichts vorstellen; und was man sich nicht vorstellen kann, erzeugt kein Bild im Kopf; und was kein Bild im Kopf erzeugt, führt zu keiner Wirkung – die Botschaft kommt nicht an. Ziel verfehlt. Ende.

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