Manche Sätze klingen so, wie schief geknöpfelte Jacken aussehen.

In einer Unternehmensbeschreibung von Siemens Transportation Systems habe ich heute Folgendes gelesen: „Als Teil des global agierenden Siemens Konzerns werden heute in Wien Metrofahrzeuge, Nahverkehrszüge und Straßenbahnen gefertigt.“ Es ist erstaunlich, wie schlampig manche Menschen bei wichtigen unternehmerischen Texten mit der Sprache  umgehen. Der Verfasser dieses Satzes achtet doch sicher darauf, in der Früh nicht zwei verschiedene Schuhe anzuziehen und nicht mit schief geknöpfelter Jacke aus dem Haus zu gehen. Warum setzt er oder sie dann so einen verunglückten Satz in die Welt?

Hier ist ein weit verbreiteter Fehler passiert: Der Verfasser hat sich nicht in die Rolle der Leser versetzt und ihre Perspektive eingenommen. Ansonsten wäre ihm oder ihr aufgefallen, dass der Satz so nicht funktioniert. Denn es sind ja nicht Metrofahrzeuge, Nahverkehrszüge und Straßenbahnen Teile des Siemens-Konzerns; sondern Siemens Transportation Systems ist ein Teil des Konzerns, und dort werden die Dinger hergestellt. Also müsste der Satz natürlich lauten: „Als Teil des global agierenden Siemens-Konzerns fertigt Siemens Transportation Systems Metrofahrzeuge, Nahverkehrszüge und Straßenbahnen.“ Das hat übrigens noch den zusätzlichen Vorteil, dass eine Aktiv- statt einer Passiv-Formulierung verwendet wird.

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