Erster Fall nach vorn

Meistens wird ein Satz prägnanter und klarer, wenn das Subjekt im Nominativ ganz am Anfang steht. Folgendes Beispiel, heute in der Online-Version einer Tageszeitung gelesen. In dem Artikel geht es um Luxusimmobilien in Wien: „Bis 2023 rechnet der britische Vermögensberater Knight Frank mit 483 Superreichen in der Bundeshauptstadt. In London haben die meisten Multimillionäre ihren Hauptwohnsitz.“ Der zweite Satz wirkt verwirrend – es ging doch um Wien, warum beginnt der Satz mit „In London“? Erst beim zweiten Hinsehen wird klar, warum. Der Redakteur wollte als zusätzliche Information noch anbringen, dass die meisten Multimillionäre ihren Hauptwohnsitz in London haben. Klassischer Fehler: Das Objekt wird statt des Subjekts zuerst genannt. Würde man es richtig machen und das Subjekt „die meisten Multimillionäre“ an den Beginn des Satzes stellen, wäre die Aussage klarer: „Die meisten Multimillionäre haben ihren Hauptwohnsitz in London.“

Ein anderes Beispiel stammt von der Website eines Dienstleistungsunternehmens:
„Mit dem Ehrgeiz, täglich nur das Beste  zu geben, gehen unsere Mitarbeiter an die Arbeit.“
Hier zeigt sich, dass ein Satz holprig und sperrig wirkt, wenn man nicht das Subjekt sondern das Objekt an den Anfang setzt. Denn danach richtet sich der ganze restliche Aufbau des Satzes. Die Variante mit dem Subjekt an erster Stelle ist daher viel besser:
„Unsere Mitarbeiter gehen mit dem Ehrgeiz an die Arbeit, täglich nur das Beste  zu geben.“

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